Die Psychologie der Körpersprache in einem Bewerbungsgespräch

Fürchten Sie, dass Sie in Bewerbungsgesprächen mit Ihrer Körpersprache etwas falsch machen? Wenn Sie einen Vorstellungstermin für einen IT-Job oder eine andere Stelle bekommen haben, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit vermutlich auf mehr als nur Ihre technischen Fähigkeiten.

Ganz gleich, wie intensiv Sie sich vorbereitet haben (das Unternehmen recherchieren, Ihre Erfahrung an der Rolle ausrichten und Ihr Wissen über die Branchenentwicklungen auffrischen), sollte noch etwas beachtet werden: Körpersprache und Blickkontakt.

Als Hilfestellung für Sie haben wir uns mit der Forschung zur Körpersprache befasst. Wenn Sie lernen, die Sozialpsychologie hinter nonverbaler Kommunikation zu meistern, wird es Ihnen leichter fallen, Menschen auf die richtige Art und Weise zu beeinflussen und Ihre Chancen zu erhöhen, die Stelle zu bekommen.

Ist der Einsatz von Körpersprache in der Kommunikation ein altmodisches Konzept, oder gilt es nach wie vor? Dynamic hat für Sie einen Blick auf die wissenschaftlichen Studien dazu geworfen.

Ausdrucksformen der Körpersprache, die zu beachten sind 

Bei Bewerbungsgesprächen schenken manche Personalverantwortlichen Ihrer Körpersprache beim Kommunizieren genauso viel Aufmerksamkeit wie Ihren verbalen Antworten. Was sagen Ihre nonverbalen Hinweise aus?

Lesen Sie weiter, um Tipps zu Ihrer Körpersprache im nächsten Bewerbungsgespräch zu bekommen.

1.      Achten Sie auf Ihre Körperhaltung

Um sich selbstbewusster zu fühlen, halten Sie Ihren Rücken gerade und Ihr Kinn parallel zum Boden. Eine gute Körperhaltung und „Powerposen“ bewirken einen Anstieg des Testosterons, das mit sozialer Dominanz in Zusammenhang gebracht wird. Außerdem strahlt eine krumme, eingesunkene Sitzhaltung Langeweile und Schüchternheit aus – also strecken Sie sich!

2.   Der Händedruck

Die Bedeutung des Händedrucks wird in der Welt der Personaleinstellung debattiert. Während es manchen Arbeitgebern völlig gleichgültig ist, wie man ihnen die Hand schüttelt, ist es für andere ein Deal Breaker. Für den Fall, dass der Personalverantwortliche, den Sie treffen, zur zweiten Gruppe gehört, ist es gut, vorbereitet zu sein.

Sie kennen die Regel sicher schon: Brechen Sie Ihrem Gegenüber nicht die Knöchel, aber sorgen Sie auch dafür, dass sich Ihre Hand nicht wie ein toter Fisch anfühlt. Warum ist das wichtig? Ihr Händedruck macht eine nonverbale Aussage über Ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Ihren Verhandlungsstil und Ihre Persönlichkeit. Simple Ausdrucksformen der Körpersprache wie der Händedruck können für Bewerber entscheidend sein.

3.      Ihre Sitzhaltung

Machen Sie bei Bewerbungsgesprächen schon bei Ihrer Sitzhaltung die üblichen körpersprachlichen Fehler? Lesen Sie den folgenden Leitfaden, um es herauszufinden.

Was Sie tun sollten:

  • Halten Sie Ihren Rücken gerade während des gesamten Bewerbungsgesprächs. (Sie erinnern sich, was wir über Powerposen gesagt haben?)
  • Lehnen Sie sich leicht vor, um zu zeigen, dass Sie Interesse an dem haben, was Ihr Gegenüber sagt.
  • Verwenden Sie Ihre Hände, wenn Sie das in Gesprächen auf natürliche Weise tun. Ihre Hände verschränkt im Schoß zu halten, könnte merkwürdig aussehen.

Was Sie vermeiden sollten:

  • Zurücklehnen. Auch wenn sich das Gespräch zwanglos gestaltet, lässt eine zusammengesackte Haltung Desinteresse und Selbstgefälligkeit vermuten.
  • Verschränken der Arme. Das schafft eine Schranke und deutet darauf hin, dass Sie sich angreifbar oder unsicher fühlen.
  • Überschlagen der Beine. Für die meisten von uns ist das Überschlagen der Beine eine natürliche Sitzposition. Wenn die Durchblutung im unteren Bein jedoch abstirbt und Sie die Beine wechseln müssen, sieht es aus, als würden Sie herumzappeln.

4.      Halten Sie Blickkontakt

Sie sind es vielleicht nicht gewohnt, aber das Halten von Blickkontakt spielt eine wichtige Rolle.

Der Blickkontakt ist für uns Menschen eine der häufigsten Verwendungen von Körpersprache in der Kommunikation, also unterschätzen Sie nicht, wie wirkungsvoll er sein kann. Er kann einem potenziellen Arbeitgeber zeigen, dass Sie ehrlich, selbstbewusst und konzentriert sind und über gute soziale Kompetenzen verfügen.

Versuchen Sie, das richtige Gleichgewicht zu finden, um nicht zu eindringlich zu wirken, und ändern Sie nach Möglichkeit nicht abrupt die Art und Weise, wie Sie Blickkontakt einsetzen. Die Expertin für Körpersprache Patti Wood meint dazu:

„Wenn Sie das ganze Gespräch über einen guten Blickkontakt hergestellt haben und plötzlich anfangen, schnell zu blinzeln – mehr als 70 Mal pro Minute –, wenn Sie eine Frage gestellt bekommen, kann das auf Stress und den Wunsch hinweisen, die Wahrheit zu umgehen.“

Wenn Sie Ihre Blickrichtung jedes Mal ändern, wenn Ihnen eine Frage gestellt wird, hat uns die Sozialpsychologie gelehrt, dass dies darauf hindeuten könnte, dass jemand dabei ist, eine Lüge zu erzählen, oder die Frage vermeiden möchte. Auch wenn dies nicht unbedingt fair sein mag, halten Sie Ihren Blickkontakt ruhig, um sicherzustellen, dass Sie durch diese allgemeine Wahrnehmung nicht benachteiligt werden.

5.    Denken Sie an Ihre Mikroexpressionen

1966 untersuchten die Wissenschaftler Haggard und Isaacs Mikroexpressionen, auch Mikromimik genannt. Sie analysierten Videos von Paaren in Psychotherapiesitzungen und bemerkten dabei flüchtige Gesichtsausdrücke, die für einen Sekundenbruchteil über deren Gesichter huschten. Sie stellten fest, dass unsere Gesichter unsere Emotionen auch dann preisgeben können, wenn wir bewusst versuchen, sie zu verbergen.

In Bewerbungsgesprächen sollten wir bestimmte emotionale Gesichtsausdrücke vermeiden, wenn wir einen guten Eindruck hinterlassen wollen. Unser Gesicht kann unerwünschte Gefühle wie Nervosität, Meinungsdifferenzen, Spannungen oder Geringschätzung preisgeben. Üben Sie in fingierten Bewerbungsgesprächen das Beantworten von Fragen vor einem Spiegel, um sicherzugehen, dass an Ihrem Gesicht keine derartigen Anzeichen zu sehen sind.

Karriereberatung von Dynamic Search Solutions 

Weitere Informationen zur Körpersprache in der Arbeitswelt finden Sie in einem Buch von Allan & Barbara Pease mit dem Titel „Der tote Fisch in der Hand und andere Geheimnisse der Körpersprache“. Senden Sie eine E-Mail an contact@dynamicsearch.de, um mit einem Experten in der IT-Personalvermittlung bei Dynamic zu sprechen, der Ihnen helfen wird, Ihr nächstes Bewerbungsgespräch zu finden.

 

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